
Wie Spoofing funktioniert
Ein Spoofer sendet authentisch wirkende Signale mit höherer Leistung und zieht den Tracking-Loop sanft weg.
Erkennungsmethoden
Vergleich mit Trägheits-, Sicht- und Multi-GNSS-Daten; Plausibilitätsprüfung der Signalstärke.
Bekannte Fälle
Schiffe im Schwarzen Meer landeten plötzlich auf Karten am Flughafen — klassischer Spoofing-Vorfall.
Gegenmaßnahmen
Antennen-Arrays, kryptografische Signale (Galileo OSNMA), zertifizierte Empfänger.
Überwachung von Taktabweichungen
Ein Spoofer muss die Tracking-Schleife des Empfängers übernehmen. Da die internen Uhren des Angreifers oft nicht synchron mit den GPS-Atomuhren laufen, deuten plötzliche Sprünge im Zeitversatz auf einen Angriff hin. Moderne Empfänger nutzen RAIM-Algorithmen, um physikalisch unmögliche Signalabweichungen zu erkennen und gefälschte Daten auszuschließen, bevor die Positionsberechnung korrumpiert wird.
Signalanalyse im Schwarzen Meer
Im Jahr 2017 zeigten Schiffe im Schwarzen Meer falsche Positionen an Land. Solche Vorfälle beweisen, dass Spoofing als Instrument der elektronischen Kriegsführung eingesetzt wird. Da bodengebundene Sender alle Signale aus derselben Richtung senden, können Empfänger durch die Analyse von Doppler-Verschiebungen erkennen, ob die Signale tatsächlich von orbitalen Satelliten stammen.
Signalstärke-Analyse
Empfänger detektieren Spoofing durch Überwachung des Signal-Rausch-Verhältnisses. Da Spoofing-Signale meist stärker sein müssen als orbitale Signale, weisen plötzliche Pegelsprünge auf terrestrische Störsender hin. Moderne Software vergleicht diese Gain-Werte, um unnatürliche Signalquellen sofort zu identifizieren.
Kryptografische Absicherung
Systeme wie Galileo OSNMA nutzen digitale Signaturen, um die Authentizität der Navigationsdaten zu garantieren. Neue Protokolle wie Chimera verknüpfen Sicherheitsbit direkt mit dem Signalcode, was das Erzeugen synthetischer GPS-Daten ohne gültigen kryptografischen Schlüssel nahezu unmöglich macht.