
Multifunktion
Suche, Verfolgung, Feuerleitung und Lenkung der Abfangraketen über ein Phased Array.
Track-via-Missile
Die Rakete sendet Daten zurück, das Bodenradar gibt Lenkbefehle in Echtzeit.
Reichweite
Bis ~170 km gegen Flugzeuge und ~30 km gegen taktische ballistische Raketen.
Einsatzgeschichte
Vom Golfkrieg 1991 bis zur Ukraine 2024 — ständig modernisiert, oft kritisiert, immer relevant.
Sektorale Einschränkung
Im Gegensatz zu rotierenden S-400-Radaren deckt das AN/MPQ-65 nur einen 120-Grad-Sektor ab. Diese starre Ausrichtung stammt aus der Zeit des Kalten Krieges. Das neue LTAMDS-Radar mit Galliumnitrid-Technologie behebt diesen Nachteil nun durch zusätzliche Seitenantennen für eine volle 360-Grad-Abdeckung.
Softwarefehler von 1991
Ein Rundungsfehler im Systemtakt führte 1991 in Dhahran zu einer Katastrophe. Nach 100 Stunden Betrieb wich die Uhr um 0,34 Sekunden ab, wodurch ein Scud-Angriff nicht erkannt wurde. Dieser Vorfall unterstrich die kritische Bedeutung präziser Zeitmessung bei der Abwehr extrem schneller ballistischer Ziele.
Integration in das IBCS-Netzwerk
Die Patriot-Batterie wandelt sich von einer isolierten Einheit zu einem Knoten im Integrated Battle Command System (IBCS). Dies erlaubt es dem System, Zieldaten von externen Sensoren wie F-35-Jets zu nutzen. Dadurch wird die sektorale Einschränkung des eigenen Radars überwunden und die Überlebensfähigkeit gegen Anti-Radar-Raketen durch passive Betriebsmodi gesteigert.
Technologiesprung durch GaN-Halbleiter
Der Übergang von Galliumarsenid (GaAs) zu Galliumnitrit (GaN) im neuen LTAMDS-Radar ermöglicht eine höhere Leistungsdichte und 360-Grad-Abdeckung. Diese AESA-Technologie verbessert die Detektion von Stealth-Zielen und die Unterscheidung zwischen Trümmerteilen und tatsächlichen Gefechtsköpfen, was die Fehlalarmrate im Vergleich zu älteren Systemen drastisch reduziert.