
Quantenbeleuchtung
Erzeuge zwei verschränkte Photonen. Schicke eines zum Ziel, behalte das andere. Wenn das Signal zurückkehrt, mache eine gemeinsame Messung. Theoretisch ergibt das 6 dB SNR-Vorteil gegenüber klassischem Radar bei hellen Hintergründen.
Dekohärenz-Problem
Verschränkung ist fragil. Bis das Signalphoton zurückkehrt, ist die Verschränkung durch Wechselwirkungen mit Luftmolekülen fast sicher zerstört. Der 6-dB-Vorteil bricht zusammen. Laborexperimente arbeiten unter einem Meter in kryogenen Umgebungen.
Mikrowellen-Erzeugung
Verschränkte Mikrowellenphotonen brauchen Josephson-Verstärker bei 20 mK. Der 'Sender' ist ein schrankgroßer Verdünnungskühlschrank. Das passt weder auf einen Zerstörer noch auf einen Jäger.
Was plausibel ist
Quanten-verstärktes Radar für Kurzstrecken (medizinische Bildgebung, Einzelphoton-LIDAR) ist real. Langstrecken-Quantenradar gegen Tarnkappenflugzeuge ist vorerst eine Pressemitteilung. Klassisches AESA + ML schließt dieselbe Lücke auf anderem Weg.
Gauß-Zustand-Limitierung
Quantenradar nutzt oft gequetschte Lichtzustände statt einfacher Verschränkung. Der theoretische 6-dB-Vorteil gegenüber thermischem Rauschen schwindet bei zunehmender Entfernung massiv, da atmosphärische Verluste die Korrelationen zerstören. In der Praxis übertreffen die Verluste bei der Signalwandlung oft den quantenmechanischen Gewinn, was die Technik für Langstrecken-Anwendungen ungeeignet macht.
Der CETC-Hype von 2016
Die chinesische CETC behauptete 2016, eine Reichweite von 100 km erzielt zu haben. Fachleute bezweifeln dies, da Mikrowellenverschränkung in warmer Atmosphäre extrem instabil ist. Wahrscheinlicher ist der Einsatz von 'Ghost Imaging', einer Korrelationstechnik, die ohne echte Verschränkung auskommt und daher keinen echten Schutz gegen Stealth-Technik bietet.
Effizienz der Photonenpaar-Erzeugung
Die Erzeugung verschränkter Photonenpaare im Mikrowellenbereich (SPDC) ist technisch weitaus schwieriger als in der Optik. Die extrem niedrigen Wahrscheinlichkeiten für erfolgreiche Verschränkung begrenzen die Datenrate massiv. Dies verhindert bisher eine Echtzeit-Verfolgung schneller Ziele, da die Signalstärken weit hinter klassischen Magnetron-Radaren zurückbleiben, was die praktische Anwendung auf absehbare Zeit ausschließt.
Das Tarnkappen-Missverständnis
Quantenradar hebt physikalische Tarnung nicht auf; es verbessert lediglich das Signal-Rausch-Verhältnis bei schwachen Rücksignalen. Da Stealth-Materialien (RAM) Quantenteilchen genauso absorbieren wie klassische Wellen, bleibt bei vollständiger Absorption kein Signal für die Korrelation übrig. Zudem können moderne Störsender die Quantenvorteile durch simples thermisches Rauschen effektiv neutralisieren.