◂ signal//lock
technik · physik

Radarhorizont — Warum die Erdkrümmung Reichweite begrenzt

Radarwellen reisen fast geradlinig. Die Erde ist gekrümmt. Damit ist die maximale Reichweite gegen tieffliegende Ziele eine Frage der Geometrie, nicht der Sendeleistung.

Radarhorizont — Warum die Erdkrümmung Reichweite begrenzt
technik · physik

Geometrische Formel

Radarhorizont ≈ 4,12 × (√h_radar + √h_ziel) km, h in m. Beugung addiert ~15%.

Warum Höhe alles ist

Eine Antenne auf 20 m sieht etwa 18 km; auf 100 m schon 40 km — quadratisch.

▒ Radar öffnen — Signale verriegeln
▸ Jetzt Signal//Lock spielen

Anomale Ausbreitung

Temperaturinversionen biegen Strahlen nach unten und verlängern die Reichweite drastisch — 'Ducting' kann Echos hunderte km hinter dem Horizont liefern.

Konsequenzen für die Verteidigung

Sea-Skimmer und Marschflugkörper nutzen diese Lücke. AWACS auf 10 km Höhe sieht hunderte km — daher die Bedeutung von Frühwarnflugzeugen.

Diffraktion und Lloyd-Spiegel-Effekt

Jenseits des geometrischen Horizonts ermöglicht die Diffraktion an der Erdoberfläche minimale Detektionen in der Schattenzone. Der Lloyd-Spiegel-Effekt führt dabei durch Interferenz zwischen direktem und reflektiertem Signal zu Empfangslücken, in denen Ziele trotz ausreichender Sendeleistung kurzzeitig verschwinden können.

Taktische Bedeutung der Antennenhöhe

Die Reichweite gegen tieffliegende Ziele ist primär durch die Antennenhöhe begrenzt. Während ein Schiffskopf nur 30 km sieht, erweitert ein AEW-System in 10 km Höhe den Horizont auf über 400 km. Dies vervielfacht die Vorwarnzeit gegen Seezielflugkörper entscheidend.

Radiohorizont vs. Optischer Horizont

Der Radiohorizont liegt etwa 15 % hinter dem optischen Horizont, da Radiowellen durch die atmosphärische Brechung stärker zur Erdoberfläche gebeugt werden. In der Radarplanung nutzt man daher das 4/3-Erdradius-Modell (8.493 km), um die effektive Reichweite über die geometrische Sichtlinie hinaus korrekt zu berechnen.

Multipath-Interferenzen an der Horizontgrenze

Nahe am Horizont treffen direkte und bodenreflektierte Signale gleichzeitig am Empfänger ein. Diese überlagern sich und erzeugen destruktive Interferenzmuster (Nullstellen), die dazu führen können, dass tieffliegende Ziele wie Marschflugkörper kurzzeitig vom Schirm verschwinden, noch bevor sie physikalisch hinter der Erdkrümmung abtauchen.

Verwandte Artikel

▒ ready to lock on?
▸ play signal//lock free

no install · plays in any browser